Weniger Einsätze – allerdings mehr Einsatzstunden bei der Feuerwehr

Die 151. Jahresvollversammlung der Braunauer Feuerwehr im Veranstaltungszentrum war geprägt von einem beeindruckenden Jahresrückblick,
in dem das Einsatzgeschehen des vergangenen Jahres detailliert erörtert wurde.
Laut Schriftführer Michael Lindner war das letzte Jahr sehr aufwendig und zeitintensiv.
Insgesamt wurden 31.000 Stunden unentgeltlich abgeleistet.
Hochgerechnet auf eine Normalarbeitszeit, würde das laut Lindner einem Aufwand von rund 18 Hauptberuflichen entsprechen.

Zur Erledigung der 558 Einsätze waren 3.011 Aktive der Feuerwehr im Einsatz. Dabei wurden 99 Menschen und 16 Tiere gerettet.
Der Schätzwert der geretteten Sachwerte belief sich dabei auf 37 Millionen Euro.

Die meisten Alarmierungen (43) wurden 2016 durch Brandmeldeanlagen in öffentlichen Gebäuden und Betrieben ausgelöst.
Bei den technischen Einsätzen standen im abgelaufenen Jahr abermals die Tätigkeiten für den vorbeugenden Brandschutz mit 197 Einsätzen im Vordergrund.
Bei Sturm- und Umweltschäden gab es 64 Einsätze und bei Personenrettungen waren es 33.

Natürlich wurde auch der langwierigste und anstrengendste Einsatz in der Geschichte der Braunauer Wehr angesprochen.
Gemeint war das katastrophale Hochwasser in der Nachbarstadt Simbach, mit dem die Einsatzkräfte zehn Tage lang ununterbrochen zu tun hatten.
Nur einige Tage zuvor fand in den beiden Städten am Inn das gemeinsame 150-jährige Gründungsfest statt.
Nun wurde gleich die hier beschworene Freundschaft und Verbundenheit der beiden Feuerwehren auf eine harte Probe stellt.
Die Braunauer Feuerwehraktiven waren mit 166 Mann im Einsatz, die über 1.555 Stunden im Katastrophengebiet ableisteten.
Feuerwehrkommandant Klaus Litzlbauer bekräftigte zuvor in seiner Begrüßung, dass man in der gesamten Feuerwehr jene Tage in Simbach
bis ans Lebensende nie vergessen werde, zugleich lobte er die gute und unkomplizierte Zusammenarbeit mit den verschiedenen
Organisationen und Behörden im benachbarten Bayern während der Einsätze.

Gute Zahlen präsentierte auch Ausbildungsleiter Hermann Angsüsser. So fanden 135 Übungen mit 1.247 Teilnehmern und 3.718 Mannschaftsstunden statt.
Nachwuchssorgen sind bei der Feuerwehr auch kein Thema, da sich die Feuerwehrführung über zwölf Buben und drei Mädchen in ihren Reihen freuen kann.

Unter den Gästen war auch Simbachs Feuerwehrkommandant Markus Pilger, der am Ende der Versammlung an das Gründungsfest und die gemeinsamen Einsätze
während der Flut erinnerte, aus der letztlich eine tiefe und wahre Freudschaft über den Inn hinweg entstand.
„Im Namen aller Kameraden und sicherlich auch im Namen der Simbacher Bevölkerung, möchte ich mich auf das Herzlichste für euren Einsatz in Simbach bedanken“, so Pilger.

Als weiterer Höhepunkt galt die Verleihung der Bezirksverdienstmedaille. Gabriele Kweton, Klaus Prighel und Richard Rossmaier konnten sich
über die Bezirksmedaille der dritten Stufe (Bronze) freuen. Martin Pammer erhielt die Bezirksmedaille der ersten Stufe (Gold) überreicht.

Geehrt wurden auch langjährige Mitglieder mit der Feuerwehrdienstmedaille.
Karl Litzlbauer hält bereits 40 Jahre und Karl Kornpointner 50 Jahre der Braunauer Wehr die Treue.

In diesem Jahr stand auch wieder die Wahl zum Feuerwehrler des Jahres statt.
Diese besondere Auszeichnung ging diesmal an Sven Ofenmacher und Alexander Daichendt.

Angelobt wurden auch die Jugendlichen Konstantin Bandat, Lukas Brühwasser, Sara Fischer, Sebastian Hollerbach, Oskar Moser und Raphael Weber.
Für den aktiven Dienst wurden Bettina Fehevari, Lukas Glatter, Anna Hill, Kurt Hurab, Stefanie Jakobs, Michael Lindhuber, Martin Oberdorfer,
Dominik Wilhelm und Bürgermeister Johannes Waidbacher angelobt.

Text & Fotos: Pressefotografie Walter Geiring

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